Zwei Tage auf der SPIEL Messe in Essen: Lohnt sich das?
Die SPIEL in Essen ist die weltweit größte Messe für Gesellschaftsspiele – aber lohnt sich der Trip nach Nordrhein-Westfalen auch für uns, wenn der Fokus vor allem auf Mechs, Spartanern, Gelände und Miniaturen liegt? Ich habe mir zwei volle Tage auf der Messe gegönnt, mich durch die Hallen gekämpft und frische Eindrücke mitgebracht. Hier ist mein persönlicher Erfahrungsbericht inklusive ein paar praktischer Tipps für euren nächsten Besuch.
Anreise & Verpflegung: Logistik für Nervenstarke
Ein Messebesuch in Essen beginnt nicht erst an den Hallentüren, sondern schon auf den Zufahrtsstraßen. Und genau da wartet die erste Belastungsprobe.
Verkehrschaos oder Sardinendose?
Rund um das Messegelände herrschte schlichtweg das absolute Verkehrschaos. Wer mit dem Auto anreist, sollte eine Menge Geduld mitbringen. Meine Empfehlung für die Anreise:
- Parkplatz P10 & Shuttlebus: Steuert am besten direkt den großen Parkplatz P10 an und nutzt von dort den Shuttlebus. Kleiner Fun Fact am Rande: Ein Hering in der Dose hat vermutlich mehr Platz als man im Shuttlebus, aber so kann man sich immerhin schon mal perfekt auf das Gedränge in den Messehallen einstellen!
- Öffentliche Verkehrsmittel: Sobald man im Einzugsgebiet ist, lohnt sich oft der Umstieg auf die U-Bahn bzw. den ÖPNV, um dem Stau auf den Straßen zu entgehen.
Tickets, Preise & ein exklusiver Vorteil
Die Eintrittskarten lagen mit 25 € pro Tag im völlig normalen Rahmen dessen, was man von Messen heutzutage gewohnt ist. Bei Essen und Trinken greift man vor Ort allerdings erwartungsgemäß recht tief in die Tasche. Mein Tipp: Packt euch auf jeden Fall ausreichend eigene Verpflegung und Wasser in den Rucksack.
Beim Thema Shopping muss man differenzieren: Schnäppchenjäger werden eher selten fündig, da die Preise meist auf dem Niveau des regulären Handels liegen. Aber ein kleiner, feiner Pluspunkt schlägt manchmal doch zu: Exklusive Neuheiten. An dem ein oder anderen Stand gibt es Sachen zu kaufen, die im regulären Handel schlicht noch nicht erhältlich sind. Wer also nicht auf den offiziellen Release warten kann, kommt hier voll auf seine Kosten.
Organisation & Atmosphäre in den Hallen
Die Organisation der Messe selbst war wirklich top. Damit man im riesigen Hallenkomplex nicht den Faden verliert, solltet ihr unbedingt die offizielle App der Messe nutzen. Darin findet ihr Hallenpläne, das komplette Ausstellerverzeichnis und viele nützliche Infos. Besonders praktisch: Ihr könnt euch vorab die Aussteller markieren, die ihr unbedingt besuchen wollt, und sie gezielt ansteuern. Sehr empfehlenswert!
Koffer-Slalom im Dauergedränge
Vor Ort wird man schnell von der Realität eingeholt: Es ist extrem voll und laut. Man stößt regelmäßig mit anderen Besuchern zusammen oder bekommt mal einen Koffer an die Füße.
Apropos Koffer: Was dort an riesigen Reisekoffern als mobile Einkaufswagen durch die Gänge gezogen wird, ist wirklich beispiellos. Die Leute kaufen ein, als gäbe es kein Morgen.
Probespielen als große Stärke
Ein riesiger Pluspunkt der SPIEL ist das Probespielen. Vieles kann man direkt vor Ort antesten und sich von Erklärbären in die Regeln einweisen lassen. Aufgrund der enormen Besuchermassen muss man sich an den Tischen allerdings stellenweise auf längere Wartezeiten einstellen.
Halle 1: Das Paradies für die Tabletop-Community
Für Wargamer gab es dieses Jahr einen klaren Anlaufpunkt: Halle 1.
Hier schlug das Herz der Miniatur-Community. Neben dem gigantischen Games Workshop-Stand mit dem beeindruckenden Golden Demon-Malwettbewerb gab es eine enorme Vielfalt zu entdecken:
- Systeme satt: Von Bekanntem bis hin zu echten Geheimtipps. Mit dabei waren unter anderem BattleTech, Trench Crusade sowie Mantic Games mit Halo: Flashpoint.
- Malstationen & Profi-Tipps: Es gab einige Stände, an denen man direkt selbst den Pinsel in die Hand nehmen konnte. Das Geniale daran: Man hat praktische Anleitung und Hilfestellung von echten Profis bekommen. Zubehör, Farben und Material zur Basegestaltung konnte man natürlich direkt daneben aufstocken.
- Spielmatten im Direktvergleich: Es war extrem hilfreich, die verschiedenen Matten und Oberflächen mal live nebeneinander zu sehen (auch wenn die Preise nicht immer günstiger als im Laden waren).
Meine Highlights: Mech-Talk und Zubehör
Ich selbst habe mich weitgehend auf BattleTech und Halo: Flashpoint konzentriert und am ganzen Rest eher interessiert vorbeigesehen.
Ein persönliches Highlight wartete am Stand von Catalyst Game Labs (CGL): Dort habe ich mir das ACES-System erklären lassen, mit dem man BattleTech Alpha Strike alleine oder kooperativ gegen eine kartenbasierte KI spielen kann – für Solo- und Koop-Spieler absolut genial. Ein kleiner Plausch mit „Mr. BattleTech“ Randall Bills persönlich war dabei natürlich auch noch drin!
Ein bisschen was musste am Ende natürlich auch noch mit nach Hause: Zwei neue Würfelschalen und zwei Transportboxen für Miniaturen haben den Weg in meine Tasche gefunden. Und Manne vom SciFi Trader war mit mir ebenfalls bestens beschäftigt!
Die Faszination der Vielfalt
Wieder einmal extrem schön zu sehen war einfach, wie abwechslungsreich unser Hobby ist. Die Bandbreite an unterschiedlichen Spielsystemen über sämtliche Epochen hinweg – ob Fantasy, Sci-Fi, Historisch oder Neuzeit – zeigt deutlich: Für wirklich jeden Geschmack ist etwas dabei.
Mein Fazit: Lohnt sich das?
Nett war es auf jeden Fall, aber ich muss nicht zwingend jedes Jahr hin. Finanziell rein zum „Shoppen“ lohnt sich der Besuch meiner Einschätzung nach nicht wirklich.
Um neue Sachen zu sehen, Vorab-Neuheiten abzugreifen, Material haptisch zu vergleichen, das ein oder andere Spiel auszuprobieren und die besondere Atmosphäre in Halle 1 aufzusaugen, lohnt sich die SPIEL aber allemal. Ich werde vermutlich alle zwei bis drei Jahre mal wieder in Essen vorbeischauen.








Ich bin Sören Spieckermann, der Kopf hinter mechstrategen. Seit Jahren faszinieren mich taktische Tabletop-Schlachten und die strategische Tiefe von Mechs. Ob schnelle Gefechte in Halo: Flashpoint oder epische Schlachten bei BattleTech Alpha Strike – hier teile ich meine Erfahrungen und Taktiken mit dir. Mein Ziel? Sowohl Einsteigern den Start zu erleichtern als auch alten Hasen neue Impulse für das nächste Match zu geben.
